Japan bei der WM 2026 – Die Samurai Blue wollen mehr
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Die Samurai Blue haben bei der WM 2022 ein Erdbeben ausgelöst. Deutschland geschlagen, Spanien geschlagen – zwei ehemalige Weltmeister in einer Gruppenphase besiegt, eine Leistung, die niemand für möglich gehalten hatte. Japan spielte mit einer taktischen Brillanz, einer Disziplin und einem Mut, der die Fußballwelt überraschte. Im Achtelfinale gegen Kroatien scheiterten sie erst im Elfmeterschießen, aber die Botschaft war gesendet: Japan ist angekommen, Japan kann mit den Besten mithalten, Japan ist keine leichte Beute mehr.
Für deutsche Fußballfans hat Japan eine besondere Bedeutung. Die Bundesliga ist zur Heimat für japanische Talente geworden – mehr als ein Dutzend japanischer Spieler spielen in Deutschland, bei Freiburg, Stuttgart, Mainz, Frankfurt und anderen Vereinen. Diese Spieler bringen ihre Erfahrung zurück zur Nationalmannschaft, bringen taktisches Verständnis, physische Robustheit und das Wissen, wie man in Europa besteht. Die Samurai Blue 2026 werden gespickt sein mit Spielern, die in der Bundesliga gereift sind.
Die Buchmacher sehen Japan im Mittelfeld. Mit Quoten zwischen 40.00 und 60.00 liegt das Team hinter den großen Favoriten, aber die Erinnerung an 2022 warnt davor, Japan zu unterschätzen. Jedes Team in ihrer Gruppe weiß: Ein Sieg gegen Japan ist keine Selbstverständlichkeit. Die Samurai Blue haben bewiesen, dass sie Turnierfußball verstehen, dass sie in den entscheidenden Momenten kühlen Kopf bewahren können, dass ihre Disziplin auch unter höchstem Druck nicht bricht.
Japans stiller Aufstieg zur Fußballmacht
Der Aufstieg des japanischen Fußballs ist eine Geschichte des geduldigen Aufbaus, der systematischen Entwicklung, der langfristigen Vision, die über Jahrzehnte verfolgt wurde. In den 1990er Jahren wurde die J-League gegründet, professionelle Strukturen aufgebaut, Akademien etabliert, die nach europäischem Vorbild arbeiteten. Damals war Japan noch ein Fußball-Entwicklungsland, weit entfernt von den Großen der Welt. Seitdem hat sich das Niveau kontinuierlich verbessert, hat jede Generation mehr Talente hervorgebracht als die vorherige, hat jede WM-Teilnahme mehr Selbstvertrauen gegeben, mehr Erfahrung gebracht.
Die aktuelle Generation ist die stärkste in der japanischen Fußballgeschichte, eine Generation, die in Europa spielt, die bei den besten Klubs der Welt ausgebildet wurde, die keine Angst vor großen Namen hat. Spieler wie Takefusa Kubo von Real Sociedad, Kaoru Mitoma von Brighton, Takumi Minamino von Monaco, Wataru Endo von Liverpool – das sind Namen, die in Europas Topligen regelmäßig abliefern, die Woche für Woche gegen die besten Spieler der Welt bestehen. Diese Spieler haben gelernt, auf höchstem Niveau zu spielen, haben gelernt, unter Druck zu performen, haben gelernt, dass sie mit jedem mithalten können.
Die Bundesliga-Verbindung ist besonders stark und für deutsche Fans besonders relevant. Ritsu Doan bei Freiburg, Ko Itakura bei Borussia Mönchengladbach, Daichi Kamada, der bei Eintracht Frankfurt zum Europa-League-Sieger wurde – sie alle haben in Deutschland gespielt oder spielen noch dort. Sie kennen den deutschen Fußball, seine Stärken und Schwächen, seine Intensität und Taktik. Diese Erfahrung fließt zurück zur Nationalmannschaft, macht Japan zu einem Team, das den europäischen Stil versteht und ihm begegnen kann.
Trainer Hajime Moriyasu, der seit 2018 im Amt ist, hat Kontinuität und stetige Entwicklung gebracht. Sein System – eine flexible 4-2-3-1-Formation, die sich in der Defensive zum 5-4-1 verwandelt, die kompakt steht und dann blitzschnell umschaltet – hat sich bei der WM 2022 bewährt. Die Spieler kennen ihre Rollen, die Automatismen sitzen, das Kollektiv funktioniert wie ein Uhrwerk. Moriyasu wird auch 2026 das Team führen, und diese Stabilität ist ein enormer Vorteil – keine Umbrüche, keine neuen Systeme, nur Verfeinerung des Bewährten.
Was Japan auszeichnet, ist die Fähigkeit zur Anpassung. Gegen Deutschland und Spanien bei der WM 2022 wechselte Moriyasu zur Halbzeit die Taktik, brachte frische Spieler, veränderte die Formation – und beide Male drehte Japan das Spiel. Diese taktische Flexibilität, diese Bereitschaft, den Plan zu ändern, wenn er nicht funktioniert, ist eine Stärke, die viele etablierte Nationen nicht haben. Japan spielt nicht stur nach Schema, Japan reagiert auf den Gegner, passt sich an, findet Lösungen.
Samurai Blue 2026: Die Bundesliga-Verbindung
Der japanische Kader für die WM 2026 wird eine beeindruckende Mischung aus europäischen Legionären und J-League-Stars sein. Die Achse spielt in Europas Topligen – Premier League, La Liga, Bundesliga, Serie A – die Tiefe kommt aus der starken japanischen Liga. Die Qualität ist da, auf jeder Position gibt es mindestens zwei gute Optionen, auch wenn der überragende Einzelkönner auf Weltstar-Niveau fehlt. Das Kollektiv macht die Stärke aus, nicht der einzelne Superstar.
Im Tor ist Zion Suzuki die Zukunft, ein junger Keeper, der in Belgien und dann bei größeren Klubs gereift ist und Potenzial auf höchstem Niveau hat. Seine Reflexe sind exzellent, sein Fußspiel modern, seine Ausstrahlung wachsend. Shuichi Gonda bleibt als erfahrener Backup eine Option, der in den entscheidenden Momenten einspringen kann. Die Torhüterposition ist solide besetzt, wenn auch ohne den einen Weltklasse-Keeper, der Spiele allein gewinnen kann.
Die Abwehr kombiniert Bundesliga-Erfahrung mit asiatischer Disziplin und kollektiver Stärke. Ko Itakura von Borussia Mönchengladbach ist der Anführer, ein Innenverteidiger, der auch im Mittelfeld spielen kann. Takehiro Tomiyasu von Arsenal bringt Premier-League-Qualität, Miki Yamane Vielseitigkeit auf der rechten Seite. Die Organisation ist exzellent, die Kommunikation eingespielt, die Defensive als Einheit stärker als die Summe der Teile. Japans Abwehr kassiert selten dumme Gegentore – die Konzentration über 90 Minuten ist eine Stärke, die nicht unterschätzt werden darf.
Das Mittelfeld ist Japans Stärke, der Bereich, in dem die meiste Qualität konzentriert ist. Wataru Endo von Liverpool ist ein Weltklasse-Sechser, dessen Unterschätzung ein schwerer Fehler wäre – sein Zweikampfverhalten, sein Stellungsspiel, seine Ruhe am Ball machen ihn unverzichtbar. Bei Liverpool hat er sich gegen härteste Konkurrenz durchgesetzt, hat gezeigt, dass er auf höchstem Niveau bestehen kann. Hidemasa Morita von Sporting Lissabon, Ritsu Doan von Freiburg und Daichi Kamada bringen Kreativität, Dynamik und Torgefahr aus der zweiten Reihe. Die Tiefe in dieser Position ist beeindruckend – Japan kann rotieren, ohne an Qualität zu verlieren.
Der Angriff dreht sich um Takefusa Kubo und Kaoru Mitoma, zwei Spieler, die Spiele allein entscheiden können. Kubo, bei Real Sociedad zum Star gereift, ist einer der kreativsten Spieler Asiens, sein linker Fuß gefürchtet, seine Dribblings unberechenbar. Er hat die Fähigkeit, aus dem Nichts Chancen zu kreieren, Verteidiger auszuspielen, den entscheidenden Pass zu spielen. Mitoma, bei Brighton zum Premier-League-Star geworden, bringt Explosivität und Torgefahr über links – seine Entwicklung in den letzten Jahren war bemerkenswert. Takumi Minamino und Kyogo Furuhashi von Celtic komplettieren einen Sturm, der mehr Optionen hat als je zuvor.
Gruppe F: Japan gegen Niederlande, Tunesien und Schweden
Japan wurde in Gruppe F gelost, eine Gruppe, die eine echte Herausforderung darstellt, die keinen einfachen Weg bietet. Die Niederlande sind Favorit mit Spielern wie Virgil van Dijk und Cody Gakpo, Tunesien bringt afrikanische Intensität und taktische Disziplin, Schweden europäische Kampfkraft und den Stolz einer stolzen Fußballnation. Für Japan ist das Weiterkommen möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich – aber garantiert ist nichts, und jedes Spiel wird ein Test.
Die Niederlande sind der härteste Test der Gruppenphase, das Spiel, auf das alle schauen werden. Aber Japan hat bei der WM 2022 gezeigt, dass sie europäische Topteams schlagen können – Deutschland und Spanien waren Weltmeister, und Japan hat beide besiegt. Oranje wird gewarnt sein, wird Japan nicht unterschätzen, wird wissen, was auf sie zukommt. Das macht das Spiel interessant, macht es zu einem taktischen Duell zwischen zwei Teams, die sich respektieren, die wissen, dass ein Fehler alles kosten kann. Van Dijk gegen Kubo, Gakpo gegen Itakura – das sind Duelle auf höchstem Niveau.
Tunesien wird ein physisches Spiel, ein Kampf um jeden Zentimeter, ein Duell der Willensstärke. Die Nordafrikaner haben bei der WM 2022 Frankreich gehalten – 1:1 gegen den späteren Vizeweltmeister, ein Ergebnis, das zeigt, was Tunesien kann. Sie wissen, wie man defensive Spiele gewinnt, wie man Räume eng macht, wie man auf den entscheidenden Moment wartet. Japan muss geduldig sein, muss den Ball zirkulieren lassen, muss die wenigen Chancen nutzen, die sich bieten werden.
Schweden ist der Gegner, gegen den Japan Punkte holen muss, das Spiel, das gewonnen werden sollte. Die Skandinavier sind im Umbruch nach dem Ende der Ibrahimović-Ära, haben nicht mehr die Qualität vergangener Jahre, auch wenn Spieler wie Alexander Isak und Dejan Kulusevski gefährlich bleiben. Hier sollte Japan zuschlagen, hier sollten die drei Punkte geholt werden, die den Weg ins Achtelfinale ebnen.
Wie weit kann Japan kommen?
Japan hat das Potenzial für einen tiefen Lauf. Das Achtelfinale ist realistisch, das Viertelfinale bei günstiger Auslosung möglich. Der Fluch des Achtelfinal-Ausscheidens – viermal in Folge in dieser Runde rausgeflogen – soll 2026 gebrochen werden. Die Samurai Blue haben genug Qualität, um diesen Schritt zu schaffen, genug Erfahrung aus vergangenen Turnieren, genug Selbstvertrauen nach den Siegen gegen Deutschland und Spanien.
Was für Japan spricht: Die taktische Disziplin, die europäische Erfahrung der Schlüsselspieler, die Fähigkeit, gegen große Teams zu bestehen. Die Samurai Blue wissen, wie man Spiele gegen Favoriten gewinnt, haben das Rezept bei der WM 2022 perfektioniert. Dazu kommt die Kontinuität unter Moriyasu, die eingespielten Automatismen, das Vertrauen in das eigene System. Was dagegen spricht: Die fehlende individuelle Brillanz auf Topniveau, die Schwäche bei Kopfbällen und Standards, die psychologische Last vergangener Achtelfinale-Niederlagen. Vier Elfmeterschießen verloren in der Geschichte – diese Statistik lastet auf den Schultern der Spieler.
Die Gruppenphase wird zeigen, wo Japan wirklich steht. Ein Sieg gegen Schweden ist Pflicht, Punkte gegen Tunesien erwartet, gegen die Niederlande ist alles möglich. Wenn Japan als Gruppenzweiter weiterkommt, wartet im Achtelfinale wahrscheinlich ein schwerer Gegner aus einer der Topgruppen. Aber die Samurai Blue haben bewiesen, dass sie vor keinem Gegner Angst haben müssen.
Meine Einschätzung: Eine Quote von 50.00 auf Japan als Weltmeister ist spekulativ, aber wer 2022 gesehen hat, weiß: Unterschätze Japan nie. Die Samurai Blue haben das Zeug, jeden Gegner zu ärgern, jeden Favoriten zu stürzen. „Japan erreicht das Viertelfinale“ zu 5.00 bietet interessanten Value für alle, die an die Weiterentwicklung dieser Mannschaft glauben. Alle Teams findest du im Teamüberblick zur WM 2026.
