Spanien im ersten WM-Finale seit 2010: Wie Yamal, Oyarzabal und Porro eine neue Ära einläuten
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Die Zahl, die Spanien trägt: 37
Luis de la Fuente hat Spanien in den vergangenen drei Jahren zu einer Mannschaft geformt, die in einer eigenen Kategorie spielt. 37 Spiele ungeschlagen — 28 Siege, 9 Unentschieden, keine Niederlage. Über zwei Jahre ohne Pleite. Das ist nicht nur eine spanische Rekordmarke, es ist die längste aktive Ungeschlagen-Serie im Weltfußball.
In dieser Serie liegt der Grund, warum Spanien am Sonntag, 19. Juli, als klarer Favorit ins Finale geht. Eine Mannschaft, die seit Juni 2024 nicht verloren hat, bringt eine Beständigkeit mit, die unter WM-Bedingungen kaum zu schlagen ist.
Und dann ist da noch die defensive Bilanz dieses Turniers: Nur ein Gegentor in sechs Spielen. Spanien hat die längste Zu-Null-Serie einer Weltmeisterschaft gespielt — vorbei an Walter Zenga (Italien 1990) und Gianluigi Buffon (Italien 2006). Unai Simón, der 27-jährige Athletic-Bilbao-Torhüter, ist der Mann hinter dieser Statistik. Er hat in diesem Turnier mehrfach überragend gehalten, aber das Wichtigste ist: Die Abwehr vor ihm hat ihm kaum je eine echte Großchance zugelassen.
Yamal — der 18-Jährige, der Iniesta beerbt
Lamine Yamal ist 18 Jahre alt. Geboren am 13. Juli 2007. Er ist damit der jüngste Spieler, der je ein WM-Halbfinale entscheidend mitgeprägt hat.
Im Halbfinale gegen Frankreich war Yamal der Spieler, der Spanien in den Strafraum zog, der das Foul von Digne heraufbeschwor, der den Elfmeter herausholte. Es war ein Auftritt, der an jene Momente erinnerte, in denen Andrés Iniesta 2010 in Johannesburg das Siegtor schoss — nur dass Iniesta damals 26 war und Yamal jetzt 18.
Yamal ist nicht Iniesta. Iniesta war der Ballzauberer, der leise regierte. Yamal ist der Tempobeschleuniger, der Räume öffnet, der mit einer Körperdrehung drei Gegner aussteigen lässt. Aber was beide verbindet: Sie füllen jene offensive Rolle aus, die in Spanien traditionell dem besten Balltechniker der Generation gehört.
Yamal hat in diesem Turnier vier Tore und vier Vorlagen. Er ist nicht der Torschützenkönig, aber er ist der Spieler, den Frankreich am Dienstagabend am wenigstens stoppen konnte.
Oyarzabal — der Mann für die wichtigen Tore
Mikel Oyarzabal ist 28 Jahre alt, spielt bei Real Sociedad und ist seit Jahren der verlässlichste Torschütze Spaniens in den entscheidenden Spielen.
Sein Elfmeter zum 1:0 im Halbfinale war nicht sein erstes großes Turnier-Tor. Bei der Europameisterschaft 2024 in Deutschland war er es, der im Finale gegen England das Siegtor schoss. Es gibt Spieler, die für die großen Abende gemacht sind — und Oyarzabal ist einer von ihnen.
In diesem WM-Turnier hat er fünf Tore erzielt — und die wichtigsten davon in entscheidenden Spielen. Das macht ihn zum verlässlichsten Spanier in dieser Saisonphase.
Porro — der unauffällige Held
Pedro Porro von Tottenham Hotspur ist der Spieler, der in der zweiten Halbzeile des Halbfinales die entscheidende Szene hatte. Sein 2:0 in der 58. Minute — nach einem Doppelpass mit Dani Olmo — war das Tor, das Frankreichs Hoffnung begrub. Es war gleichzeitig das Tor, das Spaniens kollektive Stärke sichtbar machte. Nicht der Star entschied, sondern das Kollektiv.
Porro, 26 Jahre alt, ist gelernter Außenverteidiger und spielt in diesem Turnier eine hybride Rolle — halb Rechtsverteidiger, halb rechter Mittelfeldspieler. Seine Laufstärke und sein Timing im Strafraum sind der Grund, warum de la Fuente ihn aufstellt.
Das Ende der alten spanischen Identität
Was an diesem spanischen Team auffällt: Es ist nicht mehr das „tiki-taka"-Spanien, das 2008 und 2010 die Welt verzückte. Diese Mannschaft spielt nicht mehr den Ball in Endlosschleifen durch das Mittelfeld. Sie spielt direkter, vertikaler, körperbetonter. Und sie ist physisch stärker als jede spanische Mannschaft zuvor.
Das liegt am Trainer. Luis de la Fuente ist nicht der Visionär, der Pep Guardiola oder Vicente del Bosque waren. De la Fuente ist ein Arbeiter, ein Pragmatiker. Er hat aus den spanischen Jugendnationalmannschaften eine Mannschaft geformt, die das spanische Erbe weiterführt, ohne es zu kopieren.
„Diese Spieler verdienen alles — Tag für Tag haben sie ihren Einsatz gezeigt, ihre Solidarität, ihre Großzügigkeit, ihr Talent" (Übersetzung aus dem Englischen), sagte de la Fuente nach dem Halbfinale gegenüber Sky Sports. Es war die Stimme eines Trainers, der weiß: Sein Team ist jetzt nur noch einen Schritt von der Krönung entfernt.
Was Spanien im Finale erwartet
Am Sonntag, 19. Juli, trifft Spanien im MetLife Stadium von East Rutherford, New Jersey, auf den Sieger des zweiten Halbfinals England gegen Argentinien. Die Buchmacher-Projektionen (Stand 14. Juli) sehen Spanien klar vorne:
- Gegen England: Spanien-Sieg bei rund 1.74 (FanDuel, 14. Juli)
- Gegen Argentinien: Spanien-Sieg bei rund 1.59 (FanDuel, 14. Juli)
Das sind keine endgültigen Quoten — sie sind Projektionen, weil der finale Gegner noch nicht feststeht. Aber sie zeigen, wie die Buchmacher die Spanier aktuell einschätzen: Als klaren Favoriten, unabhängig vom Gegner.
England (3.90-4.37 nach Spanien-Final-Einzug) bringt eine Mischung aus individueller Qualität (Kane, Bellingham, Saka) und Verletzungssorgen (Quansah gesperrt, Henderson ausgefallen) mit. Argentinien (4.70-5.05) hat den Titelverteidiger-Bonus, aber auch das Messi-Argument: Der 38-Jährige ist seit Wochen in der Form seines Lebens.
Die Frage, die am Sonntag beantwortet wird
Die zentrale Frage des Finales ist nicht, ob Spanien gewinnen kann. Die zentrale Frage ist, ob jemand Spanien schlagen kann.
37 Spiele ohne Niederlage. Nur ein Gegentor in sechs WM-Spielen. Und eine Mannschaft, die seit 16 Jahren auf ein WM-Finale gewartet hat — und in diesem Finale mit der Unbeschwertheit einer Generation antreten wird, die nicht weiß, was es bedeutet, in einem Endspiel zu verlieren.
Iniesta, Xavi, Villa, Torres, Ramos — sie haben 2010 in Johannesburg den WM-Pokal geholt. Jetzt sind Yamal, Pedri, Olmo, Oyarzabal, Porro an der Reihe. Die Geschichte, die am Dienstag in Arlington ihren Anfang nahm, wird am Sonntag im MetLife Stadium zu Ende geschrieben.
Quellen: Sky Sports; Olympics.com; NPR; FIFA (14. Juli 2026); Yahoo Sports; Bild Sport. Statistik der Ungeschlagen-Serie und Zu-Null-Serie mehrfach bestätigt.
Spielen Sie verantwortungsvoll. 18+. BZgA-Sucht-und-Drogen-Hotline: 01806 313031 — kostenfreie Beratung, anonym und rund um die Uhr.
