Deutschland bei der WM 2026: VAR-Fehler, Tah-Fehlschuss, Neuer-Abschied – das dritte WM-Debakel
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Als Manuel Neuer um 1.29 Uhr deutscher Zeit den Mannschaftsbus in Foxborough bestieg, war es still im Innenraum. Keine Feier, keine Ansprache, keine Worte, die noch etwas geändert hätten. Drei Tage zuvor hatte der Kapitän seinen Abschied aus der Nationalmannschaft angekündigt – und das letzte Spiel seiner Karriere war ein 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay gewesen. Deutschland steht nach diesem 30. Juni 2026 erneut ohne Achtelfinal-Erfolg da. Zum dritten Mal in Folge. Eine nationale Tradition, die inzwischen zur Bürde geworden ist.

Eine Nacht, die alles entschied
Foxborough – das Sechzehntelfinal-Spiel gegen den vermeintlichen Außenseiter aus Südamerika entwickelte sich für Deutschland zur einzigen, aber entscheidenden Bewährungsprobe dieser WM. Die Partie war über weite Strecken das, was die Sportschau später eine "Vorstellung von erschreckender Leere" nannte – Deutschland fehlten "sogar die einfachen Mittel". Paraguay nutzte seine Chancen, Enciso köpfte in der ersten Halbzeit eine Ecke ins Netz, Wirtz bereitete danach den Ausgleich durch Havertz vor (1:1 nach 90 und 120 Minuten).
Dann das Elfmeterschießen. Es begann mit einem Fehlschuss von Kai Havertz – dem ersten deutschen Schützen. Mauricio verwandelte für Paraguay. Kimmich, Gustavo Gomez, Musiala und Matias Galarza trafen im Wechsel, bevor Woltemade und Antonio Sanabria auf beiden Seiten scheiterten. Amiri hielt die deutschen Hoffnungen am Leben, ehe Jonathan Tah den sechsten deutschen Strafstoß über das Tor setzte und José Canale den deutschen WM-Sommer endgültig begrub. 3:4 nach Elfmeterschießen.
Der VAR-Fehler, der alles verändert hätte
Es war ein Donnerstagabend mit einem Schatten, der noch einmal über das ganze Turnier fallen sollte. In der zweiten Halbzeit hatte Jonathan Tah einen Kopfball nach einer Ecke ins Netz gesetzt – vermeintlich die 2:1-Führung. Der VAR griff ein, der Treffer wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung im Vorfeld zurückgenommen. Schiedsrichterexperte Wolfgang Wagner sprach in der Sportschau später von einer "Fehlentscheidung". Für Deutschland war dieser Moment der Wendepunkt eines Spiels und vielleicht einer ganzen WM.
"Das verschossene Elfmeter ist mir schon Tausende Male durch den Kopf gegangen und man versucht, ihn in seinen Gedanken irgendwie doch ins Tor zu lenken", schrieb Tah später bei Instagram. "Aber die Realität ist, dass der Ball nicht drin war. Und das tut weh." Es ist eine sehr menschliche Reaktion in einem sehr unmenschlichen Moment – und ein Hinweis darauf, was echte Verantwortung im Profifußball heute heißt.

Was die deutsche Presse sagt
Die Reaktion in den deutschen Redaktionen fiel am Tag danach eindeutig aus. "VfB-Bolzplatz statt Vorfahrt durch die Vorrunde" – Sport1 brachte eine schonungslose Kritik. Bild Sport sprach vom "deutschen Fußball-Albtraum". "Es ist eine Schande und ein Skandal", titelte Bild. Die Sportschau widmete dem Spiel eine ganze Titelgeschichte: "Drittes deutsches WM-Debakel – Von Deutschland ist nicht mehr übrig". Die internationale Presse zog mit: "Marca" (Spanien) notierte "Deutschland ist nicht mehr Deutschland", die Daily Mail sprach von einem "Sommer der Scham".
Neuer selbst gab unmittelbar nach dem Spiel ein Statement, das den Abschied umriss: "Jedes andere Ziel macht keinen Sinn, weil ich immer nach dem Höchsten strebe." Es war das Ende einer Ära – und der Beginn einer anderen Diskussion: Wer folgt auf Neuer? Wer folgt auf Nagelsmann?
Was bleibt für die deutsche Mannschaft
Die WM 2026 ist für Deutschland nach der Gruppenphase gegen Curaçao (7:1), Elfenbeinküste (2:1) und Ecuador (das letzte Gruppenspiel) im Sechzehntelfinale gestoppt worden. Die Leistungen in der Vorrunde ließen Hoffnung aufkommen – der Sieg über Curaçao demonstrierte Offensivkraft, das 2:1 gegen die Elfenbeinküste Nervenstärke. Gegen Paraguay aber fand die Mannschaft dann kein Mittel mehr gegen einen Gegner, der in taktischer Disziplin und Willenskraft dem vermeintlichen Favoriten überlegen war.
Bundestrainer Julian Nagelsmann zog am Folgetag im Sportschau-Interview eine erste öffentliche Bilanz: "Ich bin auf jeden Fall keiner, der wegläuft, aber klar, ich kenne auch Mechanismen im Fußball", sagte er und schloss einen Rücktritt aus. Die Diskussion in Deutschland aber ist mit dem Spiel noch nicht zu Ende – sie hat gerade erst begonnen. "Es ist Zeit für einen neuen Bundestrainer", formulierte es die Sportschau in einem Kommentar, in dem sie den Generationswechsel forderte. Philipp Lahm, ehemaliger DFB-Kapitän, sprach im Sportschau-Interview von einem "fassungslosen Moment" und einem "Armutszeugnis, mal wieder".
Meine persönliche Einordnung eines deutschen Fußballfans: Wer nach 2018, 2022 und 2026 das dritte frühe Ausscheiden in Folge verarbeitet, kommt an einer strukturellen Debatte nicht vorbei. Die WM 2026 in Nordamerika ist für die deutsche Mannschaft Geschichte – aber die deutsche Antwort auf diese Geschichte wird das Turnier noch eine Weile überdauern. Wer das Geschehen weiterverfolgen will, findet auf Deutschland bei der WM 2026 die Übersicht der Mannschaft und einen Blick auf die nächsten Schritte im DFB.
- Deutschland verlor 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay – das dritte frühe WM-Aus in Folge nach 2018 und 2022.
- Jonathan Tahs Kopfballtor wurde nach VAR-Eingriff wegen einer Fehlentscheidung aberkannt; im Elfmeterschießen verschoss er den entscheidenden deutschen Strafstoß.
- Manuel Neuer verkündete im Mannschaftskreis seinen Abschied aus der Nationalelf.
- Die Sportschau forderte einen Bundestrainer-Wechsel; Philipp Lahm sprach von einem „fassungslosen Moment“.
Stand: 3. Juli 2026. Quellen: Sportschau (ARD), Bild, Sport1, kicker (Daily-Podcast), DFB. Glücksspiel kann süchtig machen – Wetten ab 18 Jahren, mit Verstand und Maß.
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