Marokko bei der WM 2026 – Können die Löwen vom Atlas das Halbfinale wiederholen?
Sportvorhersagen
Ladevorgang...
Ladevorgang...
Es war das Märchen von Katar, die Geschichte, die niemand vorhergesehen hatte, das Turnier, das alles veränderte. Marokko, die Löwen vom Atlas, schrieb bei der WM 2022 Geschichte, als erste afrikanische Nation überhaupt das Halbfinale einer Weltmeisterschaft zu erreichen. In den Wochen zuvor hatte niemand mit ihnen gerechnet, niemand hatte sie auf dem Zettel, niemand hatte erwartet, dass diese Mannschaft etwas Besonderes vollbringen würde. Und dann passierte etwas Magisches. Belgien besiegt, die Nummer zwei der Weltrangliste, in einem Spiel, das die Fußballwelt schockierte. Spanien im Elfmeterschießen eliminiert, nach einem Spiel, in dem Marokko kaum Chancen zuließ. Portugal im Viertelfinale geschlagen, mit einem frühen Tor und einer Defensive, die nicht zu überwinden war. Namen und Ergebnisse, die in den Geschichtsbüchern stehen werden, Spiele, die Millionen begeisterten, Momente, die Afrika und die arabische Welt in Ekstase versetzten, die zeigten, dass der Fußball wirklich jedem gehört.
Erst im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Frankreich endete der Traum, aber selbst die 0:2-Niederlage konnte den Triumph nicht schmälern. Marokko hatte bewiesen, was möglich ist, wenn Talent, Taktik und unbändiger Wille zusammenkommen. Sie hatten bewiesen, dass afrikanischer Fußball auf höchstem Niveau konkurrieren kann, dass die vermeintliche Hierarchie des Weltfußballs nicht in Stein gemeißelt ist. Die Szenen nach dem Aus gegen Frankreich – die Tränen, die Umarmungen, der Stolz trotz der Niederlage – zeigten, was dieses Turnier für eine ganze Nation, für einen ganzen Kontinent bedeutete.
Nun steht die Frage im Raum, die Frage, die seit dem Abpfiff in Katar schwebt: War es eine Eintagsfliege, ein magischer Moment, der sich nicht wiederholen lässt? Oder war es der Beginn einer neuen Ära, der Aufstieg Marokkos zu einer etablierten Fußballmacht, die regelmäßig die späten Runden von Weltmeisterschaften erreicht? Bei der WM 2026 werden die Löwen vom Atlas versuchen, diese Frage zu beantworten, werden versuchen zu zeigen, dass Katar kein Zufall war. Die Erwartungen sind hoch, höher als je zuvor in der Geschichte des marokkanischen Fußballs. Die Fans träumen nicht mehr vom Achtelfinale – sie träumen vom Finale, vom Titel, von der Krönung einer goldenen Generation.
Die Buchmacher haben Marokko neu bewertet, haben die Lehren aus Katar gezogen. Mit Quoten zwischen 25.00 und 35.00 liegt das Team nicht mehr im Feld der grauen Außenseiter, sondern im erweiterten Favoritenkreis, neben etablierten Namen wie Belgien und Portugal. Das ist der Preis des Erfolgs: Die Überraschung von 2022 ist keine Überraschung mehr, die Gegner werden vorbereitet sein, werden wissen, was auf sie zukommt, werden Marokko mit dem Respekt behandeln, den sie sich verdient haben. Der Vorteil des Unbekannten ist verschwunden, aber Marokko hat bewiesen, dass es die Qualität hat, große Teams zu schlagen – und das ist unbezahlbar, das ist das Fundament, auf dem 2026 aufbauen kann.
Nach dem Märchen von Katar: Marokkos neue Ambitionen
Die WM 2022 hat Marokko verändert, hat das Selbstverständnis einer ganzen Nation transformiert, hat Träume geweckt, die vorher undenkbar schienen. Vor dem Turnier war Marokko eine respektable Fußballnation mit gelegentlichen Achtungserfolgen – Achtelfinale 1986, Gruppenphase bei den meisten anderen Turnieren, ab und zu ein Sieg gegen einen größeren Namen, aber nie der ganz große Wurf. Nach dem Turnier ist Marokko ein ernstzunehmender Anwärter, ein Team, das jeden schlagen kann, ein Vorbild für den gesamten afrikanischen Kontinent, ein Beispiel dafür, was mit der richtigen Einstellung möglich ist.
Trainer Walid Regragui war der Architekt des Erfolgs, der Mann, der alles zusammenfügte. Der marokkanisch-französische Coach übernahm das Team nur drei Monate vor der WM, nachdem sein Vorgänger überraschend entlassen wurde. Die meisten erwarteten Chaos, erwarteten eine Mannschaft im Umbruch, ohne Zeit, ohne Identität. Stattdessen formte Regragui eine Einheit, die größer war als die Summe ihrer Teile, ein Kollektiv, das für einander kämpfte wie eine Familie. Seine Taktik war simpel, aber effektiv: Eine eiserne Defensive, die kaum etwas durchließ, schnelle, tödliche Konter, und der unerschütterliche Glaube, dass alles möglich ist, dass keine Aufgabe zu groß ist. Regragui ist immer noch im Amt, immer noch der Mann, der Marokko führt, und die Kontinuität ist ein enormer Vorteil – das Team kennt sein System, kennt seine Erwartungen, kennt den Weg zum Erfolg.
Die Defensive war das Fundament des Erfolgs, das Herzstück von Regraguis Plan. In fünf Spielen bis zum Halbfinale kassierte Marokko nur ein einziges Gegentor – und das war ein Eigentor von Nayef Aguerd gegen Kanada. Die reguläre Spielzeit blieb makellos, 450 Minuten ohne Gegentor aus dem Spiel heraus. Yassine Bounou im Tor war unüberwindbar, parierte alles, was auf sein Tor kam, inklusive dreier Elfmeter gegen Spanien. Achraf Hakimi auf der rechten Seite war ein Weltklasse-Spieler in beide Richtungen, verteidigte so gut wie er angriff. Die Innenverteidiger Romain Saïss und Nayef Aguerd standen wie eine Mauer, das Mittelfeld opferte sich für das Kollektiv. Diese Mentalität, dieser Zusammenhalt, dieser unbändige Wille – wenn Marokko das 2026 reproduzieren kann, ist wieder alles möglich.
Die Atlas-Löwen 2026
Der marokkanische Kader für die WM 2026 wird einige vertraute Gesichter zeigen, aber auch neue. Die Helden von 2022 werden vier Jahre älter sein – Bounou 35, Hakimi 27, Ziyech 33. Die Frage ist, ob die junge Generation bereit ist, die Lücken zu füllen, die sich vielleicht auftun.
Achraf Hakimi bleibt der Star, der Spieler mit dem höchsten Marktwert, der gefährlichste Offensivverteidiger der Welt. Seine Läufe über die rechte Seite sind unwiderstehlich, seine Flanken präzise, sein Schuss kraftvoll. Bei Paris Saint-Germain spielt er neben den Besten der Welt, und die Erfahrung macht ihn noch stärker.
Sofyan Amrabat war bei der WM 2022 der unbesungene Held, der defensive Mittelfeldspieler, der alles zusammenhielt. Sein Wechsel zu Manchester United war der verdiente Lohn für seine Leistungen. Mit 30 Jahren wird er 2026 auf dem Höhepunkt seiner Karriere sein.
In der Offensive bringt Hakim Ziyech Kreativität und Erfahrung, auch wenn seine Klubkarriere zuletzt schwankte. Youssef En-Nesyri ist der Torjäger, der bei Sevilla regelmäßig trifft. Die Tiefe ist ordentlich, auch wenn der überragende Superstar fehlt – aber bei Marokko war das Kollektiv schon immer wichtiger als der Einzelne.
Gruppe C: Marokko gegen Brasilien, Schottland und Haiti
Marokko wurde in Gruppe C gelost – und der erste Name auf dem Zettel war eine gewaltige Herausforderung, ein Test der höchsten Kategorie: Brasilien. Die Seleção, fünfmaliger Weltmeister, der Rekordchampion, der Name, der wie kein anderer für WM-Fußball steht. Dazu Schottland, ein kampfstarkes europäisches Team mit leidenschaftlichen Fans und einer Mannschaft, die sich für ihre erste WM seit 1998 qualifiziert hat. Und Haiti, der Außenseiter aus der Karibik, der Debütant, das Team, das niemand erwartet hat. Diese Gruppe ist kein Geschenk, aber Marokko hat bei der WM 2022 bewiesen, dass große Namen keine Garantie für Siege sind, dass jeder geschlagen werden kann.
Brasilien ist der Prüfstein, das Spiel, das alles definieren könnte. Die Seleção ist auf dem Papier überlegen, hat mehr Einzelklasse mit Spielern wie Vinicius Jr., Rodrygo und Endrick, hat mehr Tradition, mehr Druck zu liefern, mehr Erwartungen zu erfüllen. Aber Marokko hat bei der WM 2022 gezeigt, dass sie genau solche Teams schlagen können, dass die Hierarchie auf dem Platz keine Bedeutung hat. Belgien war die Nummer zwei der Welt, und Marokko gewann. Portugal hatte Cristiano Ronaldo, und Marokko gewann. Ein Punkt gegen Brasilien wäre ein Erfolg, würde die Tür zum Achtelfinale öffnen. Ein Sieg wäre eine Sensation, würde die Welt erneut schockieren – aber keine Unmöglichkeit, nicht für dieses Team.
Schottland wird kämpfen, wird unangenehm sein, wird jedes Spiel zu einem physischen Kampf machen, den man gewinnen muss. Die Schotten haben sich für ihre erste WM seit 1998 qualifiziert und kommen mit Enthusiasmus und Underdog-Mentalität, mit Spielern wie Scott McTominay und John McGinn, die in der Premier League spielen. Für Marokko ist dieses Spiel ein Schlüssel zum Erfolg: Gewinnen sie, ist das Achtelfinale fast sicher, unabhängig vom Ergebnis gegen Brasilien. Verlieren sie, wird es eng, wird jedes Tor zählen.
Haiti ist der klare Außenseiter, das Team mit der geringsten Erfahrung und der geringsten Qualität in der Gruppe. Aber auch Außenseiter verdienen Respekt, und Marokko weiß das besser als jeder andere – sie waren selbst einmal der Außenseiter, der niemand auf dem Zettel hatte. Marokko sollte dieses Spiel klar gewinnen, sollte die drei Punkte einfahren und das Torverhältnis aufbessern. Aber die Gefahr der Unterschätzung ist real, und Regragui wird sein Team darauf vorbereiten müssen.
Wiederholung möglich?
Kann Marokko bei der WM 2026 das Halbfinale wiederholen – oder sogar noch weiter kommen, das Finale erreichen, den Titel holen? Die Chancen stehen gut, besser als für die meisten anderen Teams außerhalb der absoluten Favoriten. Aber die Herausforderung ist anders als 2022, die Ausgangslage hat sich verändert. Damals war Marokko der Außenseiter, das Team, das niemand auf dem Radar hatte, das unter dem Radar flog, bis es zu spät war. 2026 werden die Gegner vorbereitet sein, werden wissen, was auf sie zukommt, werden Marokko mit dem Respekt behandeln, den sie sich verdient haben. Der Überraschungseffekt ist verschwunden – aber die Qualität, die Mentalität, der Zusammenhalt bleiben.
Was für Marokko spricht: Die Erfahrung von 2022, die Erinnerung daran, wie es sich anfühlt, große Teams zu schlagen. Der Glaube, dass alles möglich ist, der unerschütterliche Optimismus, der in Katar entstanden ist. Die taktische Brillanz von Regragui, sein System, das Gegner frustriert und zur Verzweiflung treibt. Die defensive Stabilität, die Fähigkeit, Spiele eng zu halten und auf den entscheidenden Moment zu warten. Achraf Hakimi, einer der besten Spieler seiner Position auf der Welt.
Was dagegen spricht: Der Verlust des Überraschungseffekts, die Tatsache, dass jeder Gegner jetzt weiß, was kommt. Das Alter einiger Schlüsselspieler – Bounou wird 35, Ziyech 33, manche werden nicht mehr so schnell sein wie 2022. Die schwere Gruppe mit Brasilien, die möglicherweise einen frühen Kräfteverschleiß bedeutet. Und die psychologische Last des Erfolgs, die Erwartungen, die manchmal lähmend wirken können.
Meine Einschätzung: Marokko erreicht das Achtelfinale, wahrscheinlich auch das Viertelfinale – sie haben die Qualität und die Erfahrung dafür. Ein erneutes Halbfinale wäre ein Triumph, aber keine Überraschung mehr – die Welt weiß jetzt, was dieses Team kann. Eine Quote von 30.00 auf Marokko als Weltmeister ist spekulativ, aber nicht verrückt, nicht nach dem, was in Katar passiert ist. Dieses Team hat bewiesen, dass es große Gegner schlagen kann, dass es den Willen hat, Geschichte zu schreiben. „Marokko erreicht das Halbfinale“ zu 6.00 bietet interessanten Value für alle, die an die Kontinuität des Erfolgs glauben. Alle Teams findest du im Teamüberblick zur WM 2026.
