Aktualisiert:

Kroatien bei der WM 2026 – Der letzte Tanz der Vatreni-Veteranen?

Kroatische Nationalmannschaft Vatreni bei der WM 2026

Sportvorhersagen

Ladevorgang...

Ladevorgang...

Die Vatreni – die Feurigen – haben in den letzten Jahren Unglaubliches vollbracht, haben Geschichte geschrieben, haben eine kleine Nation in den Olymp des Weltfußballs geführt. Vizeweltmeister 2018 in Russland, als sie England im Halbfinale besiegten und erst im Finale gegen Frankreich gestoppt wurden. Dritter Platz 2022 in Katar, als sie Brasilien im Elfmeterschießen eliminierten und Bronze nach dem Sieg gegen Marokko holten. Dazwischen ein Nations-League-Finale gegen Spanien. Für eine Nation mit nur vier Millionen Einwohnern – weniger als Berlin – ist das eine Bilanz, die ihresgleichen sucht, eine Erfolgsgeschichte, die in die Annalen des Weltfußballs eingehen wird und Generationen von Kroaten inspirieren wird.

Und im Zentrum all dieser Erfolge steht ein Name, ein Spieler, der diese Generation verkörpert wie kein anderer: Luka Modrić. Der kleine Maestro aus Zadar, der Ballettmeister im Mittelfeld, der Spieler, den viele für den besten Mittelfeldspieler seiner Generation halten, der Mann, der den Ballon d’Or gewann und Messis und Ronaldos Dominanz durchbrach. Modrić ist mehr als ein Kapitän – er ist das Herz, die Seele, das Gewissen dieser Mannschaft, der Spieler, der in den wichtigsten Momenten die wichtigsten Pässe spielt.

Bei der WM 2026 wird Modrić 41 Jahre alt sein, ein Alter, in dem die meisten Fußballer längst zurückgetreten sind. Ob er noch spielen wird, ob sein Körper noch mitmacht, ob sein Geist noch bereit ist für ein weiteres Turnier auf höchstem Niveau – das sind Fragen, die niemand mit Sicherheit beantworten kann. Aber eines ist sicher: Wenn Modrić antritt, wird ganz Kroatien hinter ihm stehen, wird eine Nation an seinen letzten Tanz glauben, wird hoffen, dass der größte kroatische Fußballer aller Zeiten sein Karriereende mit einem Triumph krönen kann, mit dem Titel, der ihm bisher verwehrt blieb.

Die Buchmacher sind vorsichtig optimistisch, respektieren die Vergangenheit, aber zweifeln an der Zukunft. Mit Quoten zwischen 30.00 und 45.00 liegt Kroatien im erweiterten Favoritenkreis, respektiert für die Leistungen der vergangenen Jahre, aber mit Fragezeichen für 2026 versehen. Die goldene Generation altert, der Umbruch steht bevor, die Beine werden schwerer – aber die Erfahrung von zwei WM-Halbfinals ist unbezahlbar, ist ein Schatz, den kein Training ersetzen kann.

Nach Silber und Bronze: Kroatiens letzte Mission

Die kroatische WM-Geschichte der letzten Jahre liest sich wie ein Märchen, wie eine Geschichte, die man erfinden müsste, wenn sie nicht wahr wäre. 2018 in Russland: Dänemark im Elfmeterschießen besiegt, Russland im Elfmeterschießen besiegt, England im Halbfinale mit 2:1 nach Verlängerung geschlagen, erst im Finale gegen Frankreich gestoppt – 2:4, aber mit erhobenem Haupt. Silber – die beste Platzierung in der Geschichte des kroatischen Fußballs, ein Erfolg, der das ganze Land in Ekstase versetzte.

2022 in Katar: Japan im Elfmeterschießen besiegt, Brasilien – der fünfmalige Weltmeister, der Favorit vieler – im Elfmeterschießen eliminiert, erst im Halbfinale gegen Argentinien ausgeschieden, Bronze nach dem Sieg gegen Marokko. Zwei Halbfinals in Folge, zwei Medaillen – für eine Nation dieser Größe ist das außergewöhnlich, ist das ein Beweis dafür, dass im Fußball nicht die Bevölkerungszahl zählt, sondern Leidenschaft, Taktik und unbändiger Wille.

Der Architekt dieser Erfolge ist Trainer Zlatko Dalić, der seit 2017 im Amt ist und die Mannschaft zu einer Einheit geformt hat, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Dalićs Philosophie ist einfach, aber effektiv: Kämpfen, leiden, niemals aufgeben, an sich glauben, wenn andere zweifeln. Seine Teams sind mental stark, überstehen Elfmeterschießen, die andere verlieren würden, kommen nach Rückständen zurück, wenn andere aufgeben. Diese Mentalität, diese unbeugsame Willenskraft, ist Kroatiens größte Waffe.

Aber die Zeit arbeitet gegen die Vatreni, gegen die Generation, die so viel erreicht hat. Die Helden von 2018 und 2022 werden vier Jahre älter sein, werden Körper haben, die nicht mehr so belastbar sind. Modrić 41, Ivan Perišić 37, Marcelo Brozović 33, Mateo Kovačić 32 – das sind Zahlen, die Fragen aufwerfen, die Zweifel säen. Kann diese Generation noch einmal performen, noch einmal die Magie von Russland und Katar beschwören? Oder ist 2026 ein Turnier zu viel, ein Schritt zu weit?

Die Vatreni 2026: Generationenwechsel

Der kroatische Kader für die WM 2026 wird eine Mischung aus Veteranen und jungen Talenten sein müssen. Die alte Garde bringt Erfahrung, die neue Generation Energie. Die Frage ist, ob die Balance stimmt, ob die Jungen bereit sind, wenn die Alten nicht mehr können, ob der Übergang gelingt ohne Qualitätsverlust.

Im Tor ist Dominik Livaković eine sichere Bank. Der Dinamo-Zagreb-Keeper war bei beiden WM-Turnieren herausragend, parierte entscheidende Elfmeter gegen Dänemark, Japan und Brasilien. Mit 31 Jahren ist er im besten Torhüter-Alter, erfahren genug für die großen Momente, jung genug für viele weitere Jahre auf höchstem Niveau. Seine Ruhe im Elfmeterschießen ist legendär – kein Keeper der Welt hat in den letzten Jahren mehr entscheidende Elfmeter gehalten.

Die Abwehr hat sich verjüngt und gleichzeitig an Qualität gewonnen. Joško Gvardiol von Manchester City ist bereits ein Weltklasse-Verteidiger mit 24 Jahren, einer der teuersten Spieler seiner Position weltweit. Seine Mischung aus physischer Präsenz, Spielverständnis und technischer Qualität macht ihn zum Eckpfeiler der kroatischen Defensive. Neben ihm können jüngere Spieler die Lücken füllen, die die Veteranen hinterlassen. Die Defensive ist der Bereich, in dem der Umbruch am weitesten fortgeschritten ist.

Das Mittelfeld ist der Schlüssel – und die größte Frage. Wenn Modrić noch spielen kann, bleibt er das Herz des Teams, der Spieler, der die Fäden zieht, der den Rhythmus bestimmt. Kovačić und Brozović bringen Erfahrung aus europäischen Topligen, beide haben alles gesehen, was der Fußball zu bieten hat. Aber die junge Generation muss bereit sein: Lovro Majer von Wolfsburg, Mario Pašalić von Atalanta – sie müssen übernehmen, wenn die Alten nicht mehr können. Der Druck ist enorm, die Erwartungen hoch, die Fußstapfen der Vorgänger riesig.

Der Angriff hat sich gewandelt, hat neue Gesichter bekommen ohne die alten komplett zu verlieren. Andrej Kramarić bleibt der erfahrenste Stürmer, sein Torinstinkt ist ungebrochen, seine Erfahrung aus der Bundesliga bei Hoffenheim unbezahlbar. Bruno Petković und junge Talente bringen frische Energie, neue Ideen, unbelastete Schultern. Ivan Perišić, wenn fit, kann immer noch den Unterschied machen – seine großen Turniermomente sind in Kroatiens kollektives Gedächtnis eingebrannt.

Modric und die Erben

Luka Modrić ist mehr als ein Fußballer – er ist ein Symbol, eine Ikone, ein Mann, dessen Geschichte größer ist als jeder Titel. Der Junge, der während des kroatischen Unabhängigkeitskrieges als Flüchtling aufwuchs, der in einem Hotel für Vertriebene lebte, während Bomben auf seine Heimat fielen. Der sich bei Dinamo Zagreb durchsetzte, bei Tottenham zum Star wurde und bei Real Madrid zur Legende. Fünf Champions-League-Titel, ein Ballon d’Or, unzählige Trophäen – Modrićs Karriere ist beispiellos, seine Geschichte eine Inspiration für Millionen.

Bei der WM 2026 wird er seinen letzten großen Auftritt haben, wenn er überhaupt antritt. Die Frage ist nicht, ob er noch spielen kann – natürlich kann er das, seine Technik rostet nicht, sein Spielverständnis ist zeitlos – sondern ob sein Körper 90 Minuten, sieben Spiele, 39 Tage durchhält. Dalić wird behutsam mit ihm umgehen müssen, wird ihn für die wichtigen Momente schonen müssen, wird entscheiden müssen, wann der Maestro spielt und wann er ruht. Diese Entscheidungen werden das Turnier für Kroatien prägen.

Die Erben stehen bereit, haben jahrelang hinter Modrić gelernt, haben zugesehen, wie der Meister spielt. Lovro Majer hat sich in der Bundesliga bei Wolfsburg entwickelt, sein linker Fuß erinnert an den jungen Modrić, seine Übersicht wächst mit jedem Spiel. Martin Baturina von Dinamo Zagreb ist das nächste große Talent, ein Spieler, der bereits mit 19 Jahren die Liga dominiert, der bereit scheint für den nächsten Schritt. Ob sie die Lücke füllen können, die Modrić hinterlassen wird, weiß niemand – aber die Zukunft sieht vielversprechend aus, die Pipeline ist gefüllt, der kroatische Fußball wird auch nach Modrić weiterleben.

Gruppe L: Kroatien gegen England, Panama und Ghana

Kroatien wurde in Gruppe L gelost, eine Gruppe mit einem Schwergewicht und zwei machbaren Gegnern. England ist der Favorit mit seinem unerschöpflichen Talentpool, Panama und Ghana die Außenseiter mit begrenzten Ressourcen aber großem Herz. Für Kroatien ist das Weiterkommen Pflicht – alles andere wäre eine Enttäuschung nach den Erfolgen der letzten Jahre. Aber England wird eine Herausforderung, ein Test, der zeigen wird, was diese Mannschaft noch kann.

England ist der Gegner, den Kroatien kennt, der Rivale, gegen den sie bereits große Spiele gewonnen haben. 2018 im WM-Halbfinale besiegt – Mandžukićs Tor in der Verlängerung bleibt einer der größten Momente in Kroatiens Fußballgeschichte. 2021 in der Nations League geschlagen, ebenfalls in einem engen Duell. Die Vatreni haben keine Angst vor den Three Lions, kennen ihre Stärken und Schwächen, wissen, wie man sie besiegt. Das Duell wird ein Highlight der Gruppenphase, ein Spiel, das die Fußballwelt mit Spannung erwartet.

Panama und Ghana sind Gegner, die Kroatien schlagen sollte, die aber nicht unterschätzt werden dürfen. Beide bringen Kampfgeist und Athletik, beide können an guten Tagen jeden Gegner ärgern. Panama hat sich zum dritten Mal für eine WM qualifiziert, Ghana bringt afrikanische Leidenschaft und technisch versierte Spieler. Sechs Punkte aus diesen Spielen sind das Minimum, das Ziel ist klar. Alles andere wäre ein Rückschritt, eine Enttäuschung nach den Höhenflügen der vergangenen Turniere.

Noch einmal ganz oben?

Kann Kroatien bei der WM 2026 noch einmal Geschichte schreiben, noch einmal ein Halbfinale erreichen, vielleicht sogar das Finale, den Titel? Die Chancen sind vorhanden, aber die Herausforderungen sind real und dürfen nicht ignoriert werden. Die Veteranen altern, ihre Körper werden langsamer, der Umbruch steht bevor und ist vielleicht noch nicht weit genug fortgeschritten. Die Konkurrenz ist hart, härter als je zuvor mit 48 Teams und mehr Spielen. Ein Viertelfinale ist realistisch, ein drittes Halbfinale in Folge wäre sensationell und würde Kroatien endgültig in den Kreis der Fußball-Großmächte erheben.

Was für Kroatien spricht: Die Erfahrung von zwei WM-Halbfinals, die mentale Stärke in Elfmeterschießen, die taktische Klugheit von Dalić, der Zusammenhalt einer Mannschaft, die für einander kämpft. Joško Gvardiol als Weltklasse-Verteidiger, Modrić als Führungsfigur, wenn er fit ist. Was dagegen spricht: Das Alter der Schlüsselspieler, die fehlende Tiefe im Kader, die Frage, ob die junge Generation bereit ist zu übernehmen.

Meine Einschätzung: Eine Quote von 35.00 auf Kroatien als Weltmeister ist für Romantiker und Nostalgiker, die an Modrićs letzten großen Triumph glauben, die hoffen, dass der Maestro sein Karriereende mit dem ultimativen Titel krönen kann. „Kroatien erreicht das Viertelfinale“ zu 3.00 bietet soliden Value für Realisten, die an die Erfahrung und Mentalität dieser Mannschaft glauben. „Kroatien erreicht das Halbfinale“ zu 6.00 ist für die, die an den dritten Tanz auf der größten Bühne glauben. Alle Teams findest du im Teamüberblick zur WM 2026.

Wie alt wird Modrić bei der WM 2026 sein?

Luka Modrić wird während der WM 2026 41 Jahre alt. Ob er noch spielen wird, ist ungewiss, aber wenn er antritt, wird er der älteste Spieler im kroatischen Kader sein.

In welcher Gruppe spielt Kroatien bei der WM 2026?

Kroatien spielt in Gruppe L gegen England, Panama und Ghana. Das Duell gegen England ist eine Wiederholung des WM-Halbfinales 2018.

Wie weit kam Kroatien bei den letzten WM-Turnieren?

Kroatien wurde 2018 Vizeweltmeister (Niederlage im Finale gegen Frankreich) und 2022 Dritter (Bronze nach Sieg gegen Marokko). Zwei Halbfinals in Folge – eine beeindruckende Bilanz.