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England bei der WM 2026 – Kommt der Fußball endlich nach Hause?

Englische Nationalmannschaft Three Lions bei der WM 2026

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Sechzig Jahre. Sechs Jahrzehnte. Eine ganze Lebenszeit. So lange ist es her, dass England einen großen Titel gewonnen hat. 1966, Wembley, Bobby Moore hebt den Jules-Rimet-Pokal in den Londoner Himmel, die Queen applaudiert, ein ganzes Land tanzt. Seitdem: nichts. Halbfinale hier, Viertelfinale dort, ein verlorenes EM-Finale 2021, ein verlorenes EM-Finale 2024. Die Geschichte der englischen Nationalmannschaft ist eine Geschichte des fast, aber nicht ganz. Eine Geschichte von Elfmeterschießen, die verloren gingen, von Chancen, die vergeben wurden, von Träumen, die platzten. Und nun, bei der WM 2026 in Nordamerika, wird es Zeit, diese Geschichte neu zu schreiben.

Ich sage das nicht leichtfertig. England hat bei den letzten drei großen Turnieren das Halbfinale oder besser erreicht: WM 2018 Platz vier, EM 2021 Finale, WM 2022 Viertelfinale, EM 2024 Finale. Das ist eine Konstanz, die in der englischen Fußballgeschichte ihresgleichen sucht. Die Three Lions sind keine Eintagsfliege mehr, keine Mannschaft, die von Turnier zu Turnier schwankt. Sie sind ein ernstzunehmender Titelanwärter geworden. Doch Konstanz ohne Titel wird zum Fluch. Die Erwartungen steigen mit jedem Turnier, der Druck wächst, die Geduld der Fans schwindet, und die Frage bleibt: Wann bricht England endlich durch?

Die Mannschaft, die 2026 nach Nordamerika reist, könnte die talentierteste englische Generation aller Zeiten sein. Jude Bellingham, der neue Superstar des Weltfußballs. Harry Kane, der ewige Torjäger, der seinen ersten großen Titel will. Phil Foden, Bukayo Saka, Declan Rice – Namen, die bei den größten Klubs der Welt spielen und dort die Trophäen sammeln. Trainer Thomas Tuchel, der Deutsche, der England zu deutschem Erfolg führen soll – ein gewagtes Experiment, das funktionieren könnte. Die Zutaten sind da, vielleicht besser als je zuvor. Ob das Rezept aufgeht, werden 39 Tage im Sommer 2026 zeigen.

Die Buchmacher sehen England als einen der Hauptfavoriten. Mit Quoten zwischen 7.00 und 8.00 liegen die Three Lions hinter Frankreich und Argentinien auf Platz drei oder vier der Wettlisten. Das spiegelt sowohl das Talent als auch die Skepsis wider: England hat alles, um Weltmeister zu werden – außer der Gewissheit, dass sie es auch wirklich tun. Die Geschichte des englischen Fußballs ist voller „was wäre wenn“, und die Welt wartet gespannt, ob diese Generation endlich die Erlösung bringt.

Die goldene Generation 2.0

Englands goldene Generation der 2000er – Beckham, Lampard, Gerrard, Rooney, Ferdinand – war ein Beispiel für verschwendetes Potenzial. Zu viele Egos, zu wenig Teamgeist, taktische Starrheit, nie über das Viertelfinale hinaus. Die Spieler glänzten bei ihren Vereinen, aber wenn sie das England-Trikot anzogen, passte es nie zusammen. Die aktuelle Generation ist fundamental anders. Sie ist nicht nur talentiert, sondern auch hungrig, bescheiden und teamorientiert. Die Klubloyalitäten, die früher das Teamgefüge störten, existieren nicht mehr. Und sie hat in Thomas Tuchel einen Trainer, der weiß, wie man Titel gewinnt – und wie man Stars dazu bringt, für das Kollektiv zu spielen.

Tuchel übernahm die Mannschaft im Oktober 2024, nach dem EM-Finale-Desaster gegen Spanien. Gareth Southgate, der England über acht Jahre aufgebaut hatte, trat zurück, ausgelaugt vom Druck und frustriert über die fehlende Krönung. Tuchel brachte sofort seine Handschrift ein: intensiveres Pressing, mutigeres Positionsspiel, mehr Flexibilität in der Taktik. Die ersten Resultate waren ermutigend – Siege gegen Griechenland, Deutschland und Brasilien, allesamt mit dem Charakter eines Spitzenteams.

Im Tor steht Jordan Pickford, mittlerweile ein erfahrener Turnierkeeper. Seine Schwächen im Vereinsfußball sind bekannt, aber bei der Nationalmannschaft wächst er regelmäßig über sich hinaus. Seine Elfmeterparaden bei der EM 2021 und WM 2022 sind unvergessen. Mit Aaron Ramsdale und Dean Henderson als Alternativen ist die Position solide besetzt, auch wenn keiner der Backups an Pickfords Turniererfahrung heranreicht.

Die Abwehr hat sich unter Tuchel stabilisiert. John Stones und Marc Guéhi bilden das Innenverteidiger-Duo, das Erfahrung mit Jugend kombiniert. Stones, mittlerweile 32, bringt Champions-League-Erfahrung und Ruhe am Ball. Guéhi, erst 26, hat sich bei Crystal Palace und nun bei einem Topklub als einer der besten Verteidiger der Premier League etabliert. Auf den Außenpositionen bietet Trent Alexander-Arnold offensive Durchschlagskraft von rechts, während Kyle Walker als defensivere Option bereitsteht. Links ist Ben Chilwell oder Luke Shaw erste Wahl, je nachdem, wer fit ist – Shaws Verletzungsanfälligkeit bleibt ein Risiko.

Das Mittelfeld ist Englands Paradestück. Declan Rice hat sich vom soliden Sechser zum Weltklassespieler entwickelt, der bei Arsenal das Tempo bestimmt und gleichzeitig die Defensive absichert. Neben ihm kann Tuchel aus mehreren Optionen wählen: Kobbie Mainoo, das 20-jährige Wunderkind von Manchester United, bringt technische Brillanz und Mut. Conor Gallagher liefert Energie und Laufbereitschaft. Und dann ist da Jude Bellingham – aber über ihn muss ich gesondert sprechen.

Der Angriff bietet Qualität im Überfluss. Harry Kane führt die Linie an, mit 32 Jahren immer noch einer der besten Stürmer der Welt. Seine Torquote für England ist außergewöhnlich, sein Zusammenspiel mit den Flügelspielern nahtlos. Phil Foden bringt Kreativität und Torgefahr von der linken Seite, Bukayo Saka das Gleiche von rechts. Cole Palmer drängt als Joker von der Bank, seine Torgefahr aus der zweiten Reihe ist eine Waffe. England hat die Qual der Wahl – und das ist ein Luxus, den wenige Nationen kennen.

Bellingham, Kane und die Premier-League-Stars

Jude Bellingham ist der Spieler, um den sich Englands Hoffnungen drehen. Mit 22 Jahren hat er bereits mehr erreicht als die meisten in einer ganzen Karriere: Champions-League-Sieger mit Real Madrid, Ballon-d’Or-Kandidat, der unbestrittene Anführer einer Mannschaft, die in Spanien alles gewinnt. Sein Einfluss auf das englische Spiel ist transformativ. Wo Bellingham steht, entsteht Gefahr. Wo er den Ball hat, entstehen Chancen. Seine Präsenz allein verändert, wie Gegner gegen England verteidigen müssen.

Was Bellingham so besonders macht, ist seine Vielseitigkeit gepaart mit seinem unbändigen Siegeswillen. Er kann als Achter spielen, als Zehner, als falsche Neun. Er kann Tore schießen – sein Kopfballspiel ist für einen Mittelfeldspieler außergewöhnlich – Tore vorbereiten, das Spiel aus der Tiefe aufbauen. Bei Real Madrid hat er gelernt, unter Druck zu glänzen, in Spielen, in denen jeder Fehler bestraft wird. Und es gibt keinen größeren Druck als ein WM-Finale mit dem Gewicht von 60 Jahren auf den Schultern. Wenn England 2026 Weltmeister wird, wird Bellingham der Hauptgrund sein – davon bin ich überzeugt.

Harry Kane trägt eine andere Last, eine schwerere vielleicht. Er ist Englands Rekordtorschütze, mit über 70 Toren für die Three Lions – mehr als Bobby Charlton, mehr als Gary Lineker, mehr als Wayne Rooney. Doch trotz aller individueller Erfolge, trotz aller Torjägerkanonen und Auszeichnungen, fehlt ihm der große Titel – weder mit Tottenham noch mit Bayern München noch mit England hat er je etwas gewonnen, das wirklich zählt. Die WM 2026 könnte seine letzte große Chance sein, diesen Makel zu tilgen, seine Karriere mit dem ultimativen Triumph zu krönen.

Mit 32 Jahren ist Kane nicht mehr der schnellste Stürmer, seine Sprints sind seltener geworden, seine Läufe in die Tiefe weniger explosiv. Aber sein Instinkt, seine Technik und sein Kopfballspiel sind weiterhin Weltklasse. Sein erster Kontakt, seine Drehungen im Strafraum, sein Abschluss mit beiden Füßen – all das macht ihn weiterhin tödlich. Seine Rolle hat sich unter Tuchel leicht verändert: mehr Tiefe, mehr Spielaufbau, weniger zentrale Sturmspitze, die auf Flanken wartet. Aber seine Torgefahr bleibt ungebrochen, sein Hunger nach diesem einen Titel größer denn je.

Die Premier-League-Fraktion komplettiert das Bild einer außergewöhnlich talentierten Mannschaft. Phil Foden bringt die Kreativität eines Zauberers, seine Dribblings und Pässe öffnen Räume, die andere nicht einmal sehen. Bei Manchester City hat er unter Guardiola gelernt, wie man Spiele kontrolliert, wie man Geduld mit Explosion kombiniert. Bukayo Saka ist der zuverlässige Motor auf dem rechten Flügel, ein Spieler, der in großen Spielen liefert, der die Verantwortung nicht scheut, der Elfmeter tritt, obwohl er bei der EM 2021 den entscheidenden verschoss. Diese mentale Stärke, sich von Rückschlägen nicht brechen zu lassen, macht ihn so wertvoll.

Declan Rice kontrolliert das Mittelfeld wie ein Metronom, sein Timing und seine Positionierung sind exzellent. Er ist der Spieler, den man nicht bemerkt, wenn er gut spielt – weil alles so selbstverständlich wirkt. Aber wenn er fehlt, bricht Englands Struktur zusammen. Seine Entwicklung bei Arsenal unter Arteta hat ihn zu einem kompletten Mittelfeldspieler gemacht, der nicht nur zerstört, sondern auch aufbaut. Diese Spieler kennen sich aus der Liga, aus Derbys, aus Champions-League-Nächten. Diese Vertrautheit ist ein Vorteil, wenn es darum geht, unter Druck zu funktionieren.

Gruppe L: England gegen Kroatien, Panama und Ghana

Die Auslosung gab England eine Gruppe mit Geschichte. Gruppe L bringt ein Wiedersehen mit Kroatien, dem Team, das England bei der WM 2018 im Halbfinale besiegte. Dazu kommen Panama und Ghana – Gegner, die respektiert, aber nicht gefürchtet werden müssen. Für England ist die Gruppenphase eine Gelegenheit, Rhythmus zu finden und Selbstvertrauen aufzubauen.

Kroatien ist der Gegner, der Aufmerksamkeit verdient. Auch wenn die goldene Generation um Modrić und Perišić älter geworden ist, bleibt Kroatien ein Team, das man nicht unterschätzen darf. Bei der WM 2022 erreichten sie erneut das Halbfinale, bei der Nations League spielten sie unter ihren Möglichkeiten. Die Frage ist, wie viel von der alten Qualität noch übrig ist. Luka Modrić wird 40 sein, seine Beine werden müde sein, aber sein Kopf bleibt scharf. Für England ist es ein Test: Können sie den Schmerz von 2018 in Motivation verwandeln?

Panama ist ein Außenseiter mit Kampfgeist. Bei der WM 2018 verloren sie 1:6 gegen England, aber sie gaben nie auf. Die Mannschaft, die sich 2026 qualifiziert hat, ist besser organisiert, mit Spielern, die in europäischen und amerikanischen Ligen Erfahrung gesammelt haben. Ein leichter Gegner? Auf dem Papier ja. Aber Turniere haben ihre eigenen Gesetze, und Überheblichkeit wird bestraft.

Ghana bringt afrikanische Leidenschaft und Athletik. Die Black Stars haben bei vergangenen Weltmeisterschaften immer wieder für Überraschungen gesorgt, zuletzt 2010, als sie erst im Viertelfinale an Uruguay scheiterten – nach Suárez‘ berüchtigtem Handspiel. Die aktuelle Mannschaft ist im Umbruch, mit jungen Talenten wie Mohammed Kudus als Hoffnungsträger. Gegen England werden sie kämpfen, aber die individuelle Qualität der Three Lions sollte den Unterschied machen.

Der erwartete Verlauf: England gewinnt alle drei Gruppenspiele, mit mindestens sieben Toren und höchstens einem Gegentor. Das Achtelfinale bringt dann einen Drittplatzierten aus einer anderen Gruppe – möglicherweise Ecuador, Serbien oder Saudi-Arabien. Erst im Viertelfinale, gegen eine Mannschaft wie Brasilien, die Niederlande oder Deutschland, beginnt der ernste Teil des Turniers.

Tuchels Erbe: Wer führt die Three Lions?

Thomas Tuchel ist ein Trainer, der Titel gewinnt. Champions League mit Chelsea, Meisterschaft mit Bayern München, Pokale in Frankreich und England. Sein Lebenslauf spricht für sich. Doch eine Nationalmannschaft zu trainieren ist etwas anderes als ein Vereinsteam. Die Zeit mit den Spielern ist begrenzt, die taktische Arbeit muss in wenigen Tagen greifen, die Psychologie wird wichtiger als die Übungen auf dem Trainingsplatz.

Tuchels Ansatz ist klar: Er will, dass England dominiert. Unter Southgate spielten die Three Lions oft reaktiv, warteten auf Fehler des Gegners, verließen sich auf Standardsituationen und individuelle Brillanz. Tuchel verlangt mehr: hohes Pressing, schnelles Umschalten, kontrolliertes Positionsspiel. Die Spieler haben diese Umstellung angenommen, auch wenn sie gewöhnungsbedürftig war. Die Siege gegen Deutschland und Brasilien in den Vorbereitungsspielen zeigten, dass das System funktionieren kann.

Die Frage ist, ob Tuchel die emotionale Verbindung herstellen kann, die Southgate hatte. Gareth Southgate war mehr als ein Trainer – er war ein Symbol des neuen Englands, bescheiden, reflektiert, nahbar. Die Spieler liebten ihn, die Fans respektierten ihn. Tuchel ist anders: intensiver, fordernder, manchmal konfrontativ. Das kann funktionieren, wenn die Ergebnisse stimmen. Wenn nicht, wird die englische Presse gnadenlos sein.

Was für Tuchel spricht: Er weiß, wie man große Spiele gewinnt. Seine Chelsea-Mannschaft war taktisch brillant, seine Anpassungen im Champions-League-Finale 2021 gegen Manchester City waren meisterhaft. Wenn England in einem engen Halbfinale oder Finale steht, ist Tuchel der richtige Mann an der Seitenlinie. Seine Erfahrung in Drucksituationen ist unbezahlbar.

Coming Home? Eine realistische Einschätzung

Die Frage, die jeder englische Fan stellt, die Frage, die in jedem Pub diskutiert wird, die Frage, die über allem schwebt: Ist 2026 das Jahr? Meine Antwort ist vorsichtig optimistisch – vorsichtig, weil ich die Geschichte kenne, optimistisch, weil ich das Talent sehe. England hat alles, was es braucht, um Weltmeister zu werden. Der Kader ist stark, vielleicht der stärkste in der englischen Geschichte. Der Trainer ist erfahren und titelerprobt. Die Turnierbilanz der letzten Jahre ist ermutigend, auch wenn der letzte Schritt immer fehlte. Doch Turniere sind unberechenbar, und England hat eine Geschichte des Scheiterns in entscheidenden Momenten, die wie ein Schatten über jeder Hoffnung liegt.

Was für England spricht: Die individuelle Qualität ist enorm, vielleicht die beste, die England je hatte. Bellingham, Kane, Foden, Saka – das sind Spieler, die Spiele allein entscheiden können, die in den größten Momenten nicht einknicken. Die Tiefe des Kaders erlaubt es Tuchel, auf Verletzungen und Formschwächen zu reagieren, ohne an Qualität zu verlieren. Cole Palmer kann Foden ersetzen, Anthony Gordon kann Saka vertreten, Mainoo kann Rice Verschnaufpausen geben. Die Erfahrung der letzten Turniere hat die Spieler gehärtet – sie wissen, wie sich Halbfinale anfühlen, wie sich Finale anfühlen, auch wenn sie diese verloren haben. Und die Sehnsucht nach dem Titel ist so groß, dass sie als Motivation dienen kann, als Antrieb in den schwierigen Momenten.

Was gegen England spricht: Die Psychologie des Scheiterns, der Geist von 1996, 1998, 2004, 2006, 2021, 2024. Sechs Jahrzehnte ohne Titel hinterlassen Spuren, nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Spielern, auch wenn die jüngeren diese Last nicht selbst erlebt haben. In engen Spielen, im Elfmeterschießen, wenn der Druck am größten ist – wird England liefern? Die EM-Finalniederlage 2024 gegen Spanien hat gezeigt, dass das Team unter Druck erstarren kann, dass die Beine schwer werden, dass die Kreativität verschwindet. Tuchel muss einen Weg finden, diese mentale Blockade zu lösen, diesen Schatten der Geschichte zu vertreiben.

Der Turnierweg sieht machbar aus. Gruppe L mit Kroatien, Panama und Ghana sollte kein Problem sein, auch wenn das Kroatien-Spiel Erinnerungen an 2018 wecken wird. Das Achtelfinale bringt wahrscheinlich einen Drittplatzierten – Ecuador, Serbien, vielleicht Saudi-Arabien. Erst im Viertelfinale, gegen Brasilien, die Niederlande oder Deutschland, wird es ernst. Und dann, im Halbfinale oder Finale, gegen Frankreich, Argentinien oder Spanien, entscheidet sich, ob diese Generation anders ist als alle zuvor.

Meine Prognose: England erreicht mindestens das Viertelfinale, wahrscheinlich das Halbfinale. Der Titel ist möglich, aber ich sehe Frankreich und Argentinien leicht vorne – nicht wegen des Talents, sondern wegen der psychologischen Last, die England trägt. Eine Quote von 7.50 auf England als Weltmeister bietet Value, wenn man an die Qualität des Kaders glaubt und bereit ist, das psychologische Risiko zu tragen. „England erreicht das Finale“ zu 3.50 ist ein interessanter Wert für alle, die an den Durchbruch glauben, die glauben, dass diese Generation den Fluch brechen kann. Alle WM-Teams findest du im großen Teamüberblick zur WM 2026.

Was dieser Titel bedeuten würde

Ein WM-Titel für England wäre mehr als ein sportlicher Erfolg. Er wäre die Erlösung von sechs Jahrzehnten Frust, von verlorenen Elfmeterschießen und Beinahe-Triumphen, von „Was wäre wenn“ und „So nah dran“. Er wäre der Beweis, dass der Fußball wirklich nach Hause kommen kann, dass das Land, das diesen Sport erfunden hat, ihn auch auf der größten Bühne beherrschen kann. Für eine Generation von Fans, die nie einen englischen Titel erlebt hat – und das sind alle unter 60 – wäre es der Moment ihres Lebens, ein Moment, der in die Geschichte eingehen würde wie 1966.

Die Spieler wissen, was auf dem Spiel steht, sie spüren das Gewicht der Erwartungen. Kane träumt vom Pokal seit seiner Kindheit in Walthamstow, seit er als kleiner Junge im Garten spielte und sich vorstellte, das Finale zu gewinnen. Bellingham will der Beste seiner Generation sein, und dafür braucht er diesen Titel, diese ultimative Bestätigung seiner Brillanz. Die älteren Spieler – Walker, Stones, Henderson – wissen, dass dies ihre letzte Chance ist, dass ihre Körper nicht ewig mitmachen werden. Und die jüngeren – Palmer, Mainoo, Gordon – wollen den Grundstein für eine Dynastie legen, wollen das erste Kapitel einer neuen goldenen Ära schreiben.

Ob England diesen Titel holen wird, ist ungewiss – jeder, der Gewissheit verspricht, lügt. Aber eines ist sicher: Die Mannschaft wird es versuchen. Mit allem, was sie hat. Mit jedem Tropfen Schweiß, jedem Sprint, jedem Zweikampf. Für die Fans, die seit Jahrzehnten warten. Für die Geschichte, die neu geschrieben werden will. Für sich selbst, für ihre eigene Unsterblichkeit. Der Fußball hat 60 Jahre Zeit gehabt, nach Hause zu kommen. Vielleicht ist 2026 das Jahr, in dem er endlich ankommt. Vielleicht ist diese Generation die Generation, die den Fluch bricht. Wir werden es im Juli wissen.

Wann hat England zuletzt einen großen Titel gewonnen?
Englands einziger großer Titel ist die WM 1966 im eigenen Land. Seitdem erreichten die Three Lions mehrere Halbfinale und zwei EM-Finale (2021, 2024), gewannen aber keinen Titel. 2026 wäre die erste WM-Trophäe seit 60 Jahren.
In welcher Gruppe spielt England bei der WM 2026?
England wurde in Gruppe L gelost und trifft auf Kroatien, Panama und Ghana. Das Duell mit Kroatien ist ein Wiedersehen mit dem Team, das England im WM-Halbfinale 2018 besiegte.
Wer trainiert England bei der WM 2026?
Thomas Tuchel übernahm die englische Nationalmannschaft im Oktober 2024 nach dem Rücktritt von Gareth Southgate. Der Deutsche bringt Erfahrung aus Champions-League-Siegen und Meisterschaften mit.
Wer sind Englands wichtigste Spieler 2026?
Jude Bellingham gilt als Schlüsselspieler, unterstützt von Kapitän Harry Kane im Sturm. Phil Foden und Bukayo Saka besetzen die Flügel, Declan Rice kontrolliert das Mittelfeld. Im Tor steht Jordan Pickford.